1.
Die Ungewissheit, sie erschlägt mich. Sie verbietet mir, meinen kreisenden Gedanken Einhalt zu gebieten. Immer, wenn ich versuche, mir selbst gut zuzureden, stockt meine Stimme. Ich versuche, mich auf einen Stuhl am Balkon zu setzen, kann mich aber nur am Holzgeländer anlehnen. Ich kann kein Morgen in meiner Umgebung erkennen. Obwohl Morgen keine 20 Stunden entfernt ist, ist es sicher mehr als 20 Kilometer entfernt.
Die Maria hat den Arsch auf der Seite, nicht narzisstisch, sondern gesund.
Sie hat ihn zusammengeschraubt.
Muss schon sagen, die Maria hat einen ziemlichen Einfluss gehabt.
Weil der ist so sozial geworden.
Meine kleine Lieblingscousine, die hat ihn wirklich sozialisiert, sozusagen.
Na, die Daniela, da ist das ein bissl schwieriger, das Verhältnis.
Aber sie machen das trotzdem gut.
Man soll ja nicht werten. Aber. Wenn so eine Familie funktioniert, dann tät ich es mir auch wünschen.
Da hinten in der Ecke, und überall im Raum. Warum räumst du nicht alles in eine Kiste?
Dein Raum ist in Ordnung. Aber unter deinem Schreibtisch! Dieser Kabelsalat ist unerträglich.
Diese Aufziehautos fahren an den Linoleumustern schnurgerade entlang. Dein Unterarm spannt, das Spielzeug ändert seinen knatternden Ton. Die Räder drehen durch beim loslassen. Du tolerierst kein Ausscheren der Wagen. Den klebrigen Absatz des Bodens wirst du niemals vergessen.
Während du versuchst, die Kabel zu entwirren, spielt dein Kopf mit den Drähten Labyrinth. Wenn du Kabel A über Kabel B ziehst, verschwindet Kabel C aus deinen Augen. Der muffig riechende Staub kriecht an sortierenden Kabelbindern entlang.
mit dem auto entlang in einem dunklen schattigen tal, parallel dazu ein radweg, der seine funktion nur zwischen verwurzelten kuppen andeuten kann. eine pause. kein licht, kein chlorophyll, kein blatt, kein fahrrad aber ein hotel mit vierzig jahre alten balkonen, frisch asphaltiertem parkplatz und unübersehbarer wandmalerei
erleben – spüren.
ich kann keine fahrradfahrerin erkennen obwohl eine wurzel sechsundvierzig zentimeter lang und dreizehn zentimeter hoch aus dem weg wächst. niemand stürzt und zertrümmert sich mit der wucht von tausendachthundert newton das schlüsselbein. die lichter hinter den balkonen werden nicht eingeschaltet. der asphalt bleibt trocken, kein handgelenk bricht.
erlebt – gespürt.
Mir fällt nicht ein, ob es so etwas schon einmal gegeben hat. Und allein wenn ich daran denke, wird mir kalt. Warum um alles in der Welt, will die Regierung jetzt Wäscheleinen verbieten? Nicht für alle, sagt er, der Regierungskommissär, der mich heute besucht hat. Ein echter Charmeur! Mir ist dabei warm ums Herz, aber die Sache mit den Wäscheleinen verwirrt mich. Wen interessiert, ob Wäsche in den Hintergärten und Höfen gerade oder schief hängt?
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