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“Hände wafchen nicht vergeffen”. In der Klasse über der Handwaschmuschel ist diese Tafel gehangen. Die ersten beiden Jahre seiner Schulzeit verbringt er in diesem Raum. Im ersten lernt er lesen, im zweiten Schuljahr verwundert ihn der altbackene Hinweis in Kurrentbuchstaben. Warum steht dieses komische f wo eigentlich ein s stehen muss? Er versucht f-c-h phonetisch auszusprechen. Wafchen mit Waffeln gleichzusetzen kann er nicht, schlicht, er kennt nur Semmeln, Brotwecken, Brezeln, Kuchen, Kekse. Die dauerfeuchte, von zig Händen täglich benutzte Handseife schwimmt in einer Wasserlacke neben dem Kaltwasserhahn. Was bleibt, außer zu vergeffen?

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70 Zentimeter vor seinem Gesicht steht ein eigenartiges klappriges Gestell mit Klopapier. 7 Blatt sind abgerollt, nicht von Lukas. Der drückt seine Unterarme gegen die nackten Oberschenkel und wippt mit dem Oberkörper vor und zurück. Nicht um sich zu erleichtern, er erinnert sich. Graubraun steht hinter seinem Rücken erhöht auf einer Ablage über dem Spülkasten noch ungebleichtes Klopapier. Vor 476 Tagen hat er eine Vorratspackung mit 20 Rollen gekauft, 8 Millimeter dick hüllt sich noch Papier um die Kartonrolle.

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Die Ungewissheit, sie erschlägt mich. Sie verbietet mir, meinen kreisenden Gedanken Einhalt zu gebieten. Immer, wenn ich versuche, mir selbst gut zuzureden, stockt meine Stimme. Ich versuche, mich auf einen Stuhl am Balkon zu setzen, kann mich aber nur am Holzgeländer anlehnen. Ich kann kein Morgen in meiner Umgebung erkennen. Obwohl Morgen keine 20 Stunden entfernt ist, ist es sicher mehr als 20 Kilometer entfernt.

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Die Maria hat den Arsch auf der Seite, nicht narzisstisch, sondern gesund.
Sie hat ihn zusammengeschraubt.
Muss schon sagen, die Maria hat einen ziemlichen Einfluss gehabt.
Weil der ist so sozial geworden.
Meine kleine Lieblingscousine, die hat ihn wirklich sozialisiert, sozusagen.
Na, die Daniela, da ist das ein bissl schwieriger, das Verhältnis.
Aber sie machen das trotzdem gut.
Man soll ja nicht werten. Aber. Wenn so eine Familie funktioniert, dann tät ich es mir auch wünschen.

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Da hinten in der Ecke, und überall im Raum. Warum räumst du nicht alles in eine Kiste?
Dein Raum ist in Ordnung. Aber unter deinem Schreibtisch! Dieser Kabelsalat ist unerträglich.
Diese Aufziehautos fahren an den Linoleumustern schnurgerade entlang. Dein Unterarm spannt, das Spielzeug ändert seinen knatternden Ton. Die Räder drehen durch beim loslassen. Du tolerierst kein Ausscheren der Wagen. Den klebrigen Absatz des Bodens wirst du niemals vergessen.
Während du versuchst, die Kabel zu entwirren, spielt dein Kopf mit den Drähten Labyrinth. Wenn du Kabel A über Kabel B ziehst, verschwindet Kabel C aus deinen Augen. Der muffig riechende Staub kriecht an sortierenden Kabelbindern entlang.

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