1.
Was soll ich denn am frühen Nachmittag noch anfangen? Die Wäsche wird nicht rechtzeitig trocknen, bevor er nach Hause kommt. Und der Bub isst im Hort. Im Geschäft brauchen sie mich diese Woche nicht. Aber der Zeitausgleich langweilt mich so wie das Fernsehprogramm. Das war früher besser. “Früher war alles besser.”, sage ich laut… Ich höre mich 14 Sekunden später. Ich balle gleichzeitig beide Fäuste fünfmal zusammen. Kein Schlaganfall, zum Glück!
2.
“Sie vergiften das Blut unserer Kultur“, schreibt einer. Der Algorithmus spielt es mir ein. “Dem ist nichts hinzuzufügen.“ Aber ich bin überhaupt nicht dieser Meinung, ich sage so etwas nicht. Mit dem Telefon in der Hand stehe ich vor dem Spiegel. 14 Sekunden später spreche ich es laut aus. Ich fühle mich willenlos. Der Algorithmus gibt den Takt. Was ich nicht sagen will: materialisiert in Sprache. Und multipliziert. 14 Sekunden vergangen oder Zukunft? Ich weiß es nicht.