(Un)gebleicht

70 Zentimeter vor seinem Gesicht steht ein eigenartiges klappriges Gestell mit Klopapier. 7 Blatt sind abgerollt, nicht von Lukas. Der drückt seine Unterarme gegen die nackten Oberschenkel und wippt mit dem Oberkörper vor und zurück. Nicht um sich zu erleichtern, er erinnert sich. Graubraun steht hinter seinem Rücken erhöht auf einer Ablage über dem Spülkasten noch ungebleichtes Klopapier. Vor 476 Tagen hat er eine Vorratspackung mit 20 Rollen gekauft, 8 Millimeter dick hüllt sich noch Papier um die Kartonrolle.

Seit der Volksschule ist ihm ungebleichtes Papier lieber. Ob zum Schreiben oder zum wischen: je to jedno. Dass er auf toten Bäumen schreibt, das weiß er seit damals. Sein Toilettenpapierverbrauch ist niedrig. Er wundert sich, wie viele Blätter Gäste manchmal bei einem Besuch abrollen. Schön schreiben konnte er nie, Bleichung ändert das nicht. Gedruckte Herzen für den Arsch ergeben bessere Haptik. 7 Millimeter sind nach Betätigung der Spülung noch auf der Rolle.

Lukas sitzt auf der Toilette. Petra auf der Couch.